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Ich war in China!
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Verfasst am: 17. 01. 2011 [15:53]
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Ameli
H. v. Treufenfels
Dabei seit: 05.10.2009
Beiträge: 8
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Dreimonatiges Praktikum Account Manager bei einem Consulting Unternehmen in China Die Vorbereitung: Meine Vorbereitung verlief relativ knapp. Ich hatte drei Monate zwischen meinem Studium in Rostock und einem Austauschstudium frei. Da ich viel um die Ohren hatte beauftragte ich eine Agentur (World of XChange) mir etwas zu suchen. Diese warb damit, dass man erst zahlen muss, wenn sie wirklich etwas für einen gefunden hatten. Dazu musste ich einen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, Leistungsnachweise der Universität einschicken und sehr viele Bögen in Englisch ausfüllen, damit diese einen groben Eindruck vom dem bekommen, was ich eigentlich möchte. Ich buchte den Flug. Der Mann im Reisebüro gab mir den Tipp für 900Euro nach Guangzhou (Kanton) zu fliegen, mir die Stadt anzusehen und dann von dort mit dem Zug weiterzufahren, der nur ca. 30Euro kostet. Dies tat ich dann auch. Eine Kreditkarte bei der DKB hatte ich bereits, darum musste ich mich also nicht mehr kümmern. Ein Bekannter von mir empfiehl mir mich bei der Hamburg Mannheimer zu versichern. Da ich für mein Auslandstrimester in Neuseeland meinen Reisepass einschicken musste, besorgte ich mir einen vorläufigen Reisepass und druckte mir das Formular der chinesischen Botschaft im Internet heraus. Mit diesen zwei Dokumenten und der Einladung des Unternehmens für das Praktikum, fuhr ich dann direkt nach Berlin zur chinesischen Botschaft und bekam das Visum noch am selben Tag (30€ + 30€ für die schnelle Bearbeitung). Übers Internet buchte ich dann die ersten zwei Nächte ein Zimmer in einem Hostel in Guangzhou. Das Zugticket konnte ich erst vor Ort kaufen. Vor Ort: Das Guangzhou Youth Hostel war einfach, aber sehr sauber. Die anfänglichen Ängste und Unsicherheiten, als Frau alleine unterwegs zu sein, wichen schon am zweiten Tag. An der Rezeption vom Hostel erkundigte ich mich dann nach dem Zug. Die Zugfahrt war ein Erlebnis für sich. Es tat mir sehr leid zu sehen, wie viele herumstanden, während ich schon nach paar Stunden kaum noch Sitzen konnte. Sie hockten auf den Waschbecken und versuchten so zu schlafen, setzten sich auf kleine Stühle in den Gang. Diese Zugfahrt bereitete mich im Großen und Ganzen auf alles vor, danach war ich relativ abgehärtet. Ich konnte mir 23h nur Lärm, Gebrüll (was ein normales Gespräch ist), Schleimgegurgel und Ausspucken, sowie Schmatzen anhören. Wenn man seine Ansprüche über Bord geworfen hat und sich an die Manieren gewöhnt hat, ist es gar nicht mal so schlecht. Das Straßenessen hier ist sehr günstig und gut. In Ningbo angekommen bekam ich gleich eine Handykarte mit Guthaben, die ich immer wieder aufladen konnte. Ich kaufte mir auch für ca. 30Euro bei China Mobile ein einfaches Handy, das fähig war chinesische Zeichen zu zeigen. Ich kam bei der Universität 15min von meinem Arbeitsplatz unter. Eine 3 Raumwohnung ohne Mitbewohner für nicht mal 200Euro im Monat mit allen drum und dran(Wasser, Heizung, Internet). Da ich keine Zeit hatte mich in Chinesisch Kurse zu setzen, meldete sich eine Studentin freiwillig mir umsonst chinesisch beizubringen. Sie wollte nur meine Freundin werden. Das Praktikum: Um das Unternehmen kurz vorzustellen: es ist ein internationales Unternehmen. Das Ziel ist ausländischen Unternehmen, die kaum oder noch keine Erfahrungen in China haben zu unterstützen. Das reicht vom Sourcing Service, über Lieferantenanalyse, Bestellmanagement, bis hin zur Logistik und Verschiffung. Meine Hauptaufgabe war die Projektverantwortung für unsere Präsentation und den Stand auf der Messe „Automechanika“ in Shanghai. Dazu fertigte ich einen Marketingplan, u.a. mit Terminen, Verantwortlichen usw. an. Desweiteren kontaktierte ich andere Aussteller im Voraus und informierte unsere Kunden aus der Automobilbranche über diese Messe, klärte das Organisatorische und kontaktierte einen Sponsor in Shanghai für eine Kaffeemaschine. Der Höhepunkt war dann die Messe selber und das direkte Gespräch mit potenziellen Kunden. Nach der Messe folgte dann die Kontaktaufnahme der Kunden, die Auswertung der Messe in Form eines „Final Reports“ und die Ausarbeitung der Webpage. Nach einigen Gesprächen mit anderen Praktikanten und Personen die in China arbeiten, kam ich auf den Punkt, dass ich es mit dem westlichen Unternehmen sehr gut getroffen habe, da die Sprach- und Kulturbarrieren in einem rein chinesischen Unternehmen zu groß sind. Abgesehen davon, erhält man in einem chinesischen Unternehmen kaum Verantwortung, weil sie einem nicht zu viele Informationen liefern wollen. Man wird meist lediglich als Übersetzer verwendet oder rein um Kunden anzurufen und zu gewinnen. In meinem Praktikum hatte ich im Gegensatz hierzu viel Verantwortung und gute Chancen mich selber einzubringen. Es war sogar von meinen Vorgesetzten gewünscht sie nicht als Chefs anzusehen und sie wenn nötig ein wenig anzutreiben, was sie an mir auch sehr schätzten. Fazit: Das Praktikum hat mir großen Spaß gemacht. Also: Schraubt eure Ansprüche herunter, seit offen Neuem gegenüber, nehmt alles mit Humor und gewöhnt euch dran wie ein Superstar durch China zu laufen, der nicht mal einkaufen oder 5m laufen kann, ohne fotografiert zu werden. Die Zugfahrt war ein echtes Erlebnis, das man evtl. nur einmal macht und sie ist typisch chinesisch. Zurück flog ich zum gleichen Preis in nur 3h viel angenehmer nach Guangzhou. Zum Buchen von Hotels und Flügen in China kann ich die Internetseite http://hotels.english.ctrip.com wärmstens empfehlen. Hotels würde ich immer eine Woche vorher buchen. Ideen für Orte die man sich am Wochenende ansehen kann und gute Tipps findet man im Lonely Planet. Wer etwas über China, oder die Sprache lernen will kommt nicht darum herum nach China zu gehen. Hierfür ist eine Agentur gut um schnell und sicher an ein Praktikum zu gelangen. |

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